Meinungen zum Absolventenkongress 2012
Was sagen die Besucher zum Absolventenkongress 2012? Wir haben einige Teilnehmer der grössten Schweizer Jobmesse nach ihrer Meinung und ihren Eindrücken zur Veranstaltung befragt. Lesen Sie unten die Antworten der Besucher.

Elena Primushko (27)
Finanzen, Uni Bern
Ich schreibe zurzeit meine Masterarbeit und schaue mich jetzt um, welche Möglichkeiten es im Bereich Versicherungen gibt. Hier sind viele Unternehmen präsent, die mir die Möglichkeit geben, sie direkt anzusprechen und mich vorzustellen. Es ist viel besser als einfach online etwas über den Arbeitgeber zu lesen.
Hier kann man mit Mitarbeitern sprechen und so vielleicht eine Insider-Information zum Bewerbungsprozess erhalten. Ich bin überrascht, dass auch die Unternehmensvertreter sehr engagiert sind und sich wirklich Zeit nehmen, alles zu erklären und über ihre Erfahrungen zu berichten. Die Zeit, die ich hier verbringe, ist sehr wertvoll.

Lucien Halada (22)
Maschinenbau, ETH Zürich
Ich hab gerade den Bachelor in Maschinenbau abgeschlossen und im Moment suche ich ein Industriepraktikum für den Master, speziell in den Bereichen Thermo- und Fluiddynamik. Auf dem Absolventenkongress geht es mir einerseits darum, die Firmen, die ich schon im Kopf habe, anzuschauen und mit den Personalverantwortlichen direkt zu sprechen. Andererseits will ich natürlich auch die Unternehmen sehen, auf die ich sonst von alleine nicht gekommen wäre, um mich ein bisschen breit zu informieren.
Ich finde die verschiedenen Messestände hier sehr gut. Ich würde den Kongress all denjenigen empfehlen, die jetzt oder später einen Job suchen, um sich so informieren zu können, was es überhaupt für Unternehmen gibt und wie das Bewerbungsverfahren abläuft.

Jana Gross (23)
VWL, Uni Lausanne
Es ist für mich das erste Mal auf einer Jobmesse, weil ich jetzt im letzten Bachelor-Jahr bin und später den Master anfange. Es gefällt mir hier gut: Die verschiedenen Stände sind gut betreut, man findet immer direkt eine Kontaktperson, mit der man reden kann. Es hat hier eine grosse Variation an Firmen - für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Ich will mich hier über meine Perspektiven und Aussichten nach dem Studienabschluss informieren, ob ich vielleicht im Sommer irgendwelche Praktika machen kann. Ich interessiere mich vor allem für Banken, aber auch Versicherungen. Mit anderen Firmen habe ich schon gesprochen, das hat alles sehr interessant geklungen. Ich habe nun viel bessere Eindrücke erhalten, weiss, was die Unternehmen anbieten, was sie machen und vor allem, was sie von den Absolventen fordern und verlangen.

Juri Chomé (26)
Mathematik, Uni Basel
Der Kongress war sehr gut organisiert. Die Firmen waren alle interessant, es war von den Informationen her genau das, was ich gesucht habe. Ich habe gerade mein Mathematik-Studium abgeschlossen und war hier, um mich einerseits generell zu informieren und dann auch schon sehr konkret gewisse Firmen anzusprechen, die mich interessieren.
Ich suche in Richtung Finanz- und Risikomanagement. Was mich aber am meisten interessieren würde, wäre jetzt Makroökonomie bei der Nationalbank. Die Gespräche, die ich geführt habe, waren sehr interessant und aufschlussreich und auch sehr gut, um ein Gefühl zu bekommen, was mit meinem Abschluss realistisch und was sinnvoll ist.

Sandra von Bidder (25)
SIM & CEMS, HSG St. Gallen
Ich bin zum ersten Mal auf dem Absolventenkongress. An der HSG haben wir zwar das Forum, wo ich regelmässig hingegangen bin, aber hier hat es andere Firmen als in St. Gallen. Die Stände sind grösser und es sind auch mehr Leute hier. Zwischendurch haben wir in St. Gallen Situationen, wo z. B. niemand vom Marketing vor Ort ist . So ist es dann immer ein bisschen schwierig mit einem Finance-Menschen über Marketing zu reden. Auf dem Absolventenkongress sind wirklich alle Funktionen vorhanden.
Ich schliesse jetzt meinen Master ab und will mich nach Graduate Programmen umschauen. Ich finde es sehr wichtig, dass man zuerst den Kontakt mit den Firmen sucht, die Kultur ein bisschen spürt und so wirklich genau weiss, was auf einen zukommt, bevor man sich bewirbt.
Ich bin vor allem an Konsumgütern interessiert, weil ich ein Produkt brauche, das ich selber mag und hinter dem ich stehen kann. Die Gespräche laufen gut, die Leute sind alle sehr freundlich. Ich glaube, das liegt auch an der Konsumgüterbranche - das sind motivierte, energetische Menschen hinter den Firmennamen.

Philipp Leu (23)
Genetik, Uni Zürich
Das ist das erste Mal, dass ich auf dem Absolventenkongress bin und ich muss sagen, er hat meine Erwartungen erfüllt. Ich habe erwartet, dass ziemlich viele Firmen aus dem Finance-Sektor und Consulting Groups da sind und das hat sich auch bestätigt. Ich interessiere mich vor allem für Consulting, aber auch für chemische, biotechnologische Firmen, wo aber nicht so viele Vertreter da sind.
Ich bin von den Ansprechpartnern extrem überrascht, weil sie alle sehr zuvorkommend sind. Ich wurde gerade in ein Gespräch eingebunden und ich habe mir ehrlich gesagt vorgestellt, dass ein bisschen mehr Eigeninitiative von mir verlangt wird. Ich muss sagen, es ist eigentlich schöner so. Das Schöne am Kongress ist, dass man sieht, was für Menschen im Unternehmen arbeiten, dass man einen persönlichen Kontakt herstellen und herausfinden kann, ob die Chemie stimmt. Das ist die beste Chance, einen ersten positiven Eindruck zu hinterlassen, vielleicht sogar sein Dossier zu übergeben und so auf sich aufmerksam zu machen.

Christian Lorentzen (28)
promoviert in Physik, Uni Bern
Ich bin am Ende meiner Promotion. Das ist das erste Mal auf dem Absolventenkongress und ich würde jederzeit wieder hingehen. Ich bin hier, um mich über verschiedene Firmen zu informieren und welche Einstiegsmöglichkeiten es für mich als Physiker gibt. Ich interessiere mich vor allem für beratende Tätigkeiten, auch für den technischen Bereich.
Genau weiss ich es aber noch nicht. Darum bin ich auch hier, um zu sehen, was es noch für Möglichkeiten gibt. Ich war bereits bei der BKW, bei d-fine, gerade eben bei der Credit Suisse. Die meisten sind sehr freundlich und gehen auf die Besucher zu. Ich habe bisher viel mitnehmen können. Mein Tipp: Man sollte ein bisschen vorbereitet sein, um selbst Fragen stellen zu können.

Karolin Léger (28) und Ingrid Kassner (29)
Molecular Life Sciences und Biochemie, Uni Zürich
(erwischt in der FMCG-Area)
Karolin: Ich wollte mich hier natürlich einerseits über Jobangebote in meinem Bereich Molecular Life Science informieren, aber auf der anderen Seite auch darüber, welche Jobperspektiven es noch für Naturwissenschafter gibt.
Ingrid: Ich finde es gut, dass man hier die Möglichkeit hat, wirklich mit den Firmen zu sprechen und auch die Fragen loszuwerden, auf die man im Internet keine Antwort findet. Schade war, dass die Talks so voll waren und ich teilweise nicht alle Programmpunkte besuchen konnte.
Karolin: Ich habe heute sehr viele Gespräche mit sehr unterschiedlichen Firmen führen können – von Banken, über Versicherungen bis zu Chemie-Unternehmen und eher "klassischen" Forschungen wie BASF.
Ingrid: An den FMCG-Unternehmen interessiert mich der Bereich Qualitätssicherung oder klinische Forschung und Zulassung. Da gibt es hier auch einige Firmen in der speziellen FMCG-Area, die interessant sind.
Karolin: Ich denke der Kongress ist sehr informativ. Wenn man das Problem mit den Räumen noch besser lösen könnte und mehr Leute Zugang zu den Programmpunkten haben, wäre dies sehr gut. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, auch für PHD-Studenten.
Ingrid: Es gab ein bisschen wenig Angebote für Naturwissenschafter. Wir haben festgestellt, dass die Arbeitgeber sehr stark nach Wirtschaft, Ingenieurwesen und IT gesucht haben – aber das ist leider auch die Problematik des Fachs.



